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Die Sattelzug-Länge: Warum ein LKW nicht gleich ein LKW ist

Wenn Sie an einen LKW denken, haben Sie möglicherweise einen ganz bestimmten Typ von Fahrzeug im Kopf. Doch ein Lastkraftwagen kann sehr vielseitig sein. Der am häufigsten zu sehende LKW auf europäischen Straßen ist der Sattelzug. Die Sattelzug-Länge ist hierbei genau genormt. Auch das Gewicht und viele weitere Regeln sollen für maximale Sicherheit im Verkehr sorgen.

Juni 27, 2022
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Wenn Sie an einen LKW denken, haben Sie möglicherweise einen ganz bestimmten Typ von Fahrzeug im Kopf. Doch ein Lastkraftwagen kann sehr vielseitig sein. Der am häufigsten zu sehende LKW auf europäischen Straßen ist der Sattelzug. Die Sattelzug-Länge ist hierbei genau genormt. Auch das Gewicht und viele weitere Regeln sollen für maximale Sicherheit im Verkehr sorgen.

LKW-Sattelzug Länge – diese Normen gelten

Die Sattelzug-Länge ist in vielen europäischen Ländern genauestens vorgegeben und gesetzlich geregelt. In Deutschland beispielsweise ist die maximal gültige LKW-Sattelzug-Länge 16,5 Meter. Doch das war keinesfalls immer so. Über die Jahre haben sich die Maße deutlich verlängert. Denn in den 1960-er Jahren durfte die Sattelzug-Länge 13 Meter nicht überschreiten. Das ist ein Anwuchs von satten 3,5 Metern. Doch das hat seinen Grund. Nicht nur wurden die Straßen besser und breiter ausgebaut. Auch die Fahrzeuge und die Sattelzuganhänger selbst wurden technisch natürlich verbessert.

Größere Motoren, schickere Fahrerkabinen und mehr Stauraum im Auflieger sorgen für maximale Auslastung und einen größtmöglichen Komfort für den Fahrer unter Einhaltung der Sicherheitsaspekte. Die Gesamtlänge ergibt sich aus der Kombination von Zugfahrzeug und Auflieger. Beide Einzelgeräte dürfen nicht länger als zwölf Meter sein. Die Länge der Auflieger hat sich über die Jahre hinweg auch genormt. Die Sattelzug-Länge setzt sich nämlich konstant aus Aufbauten mit einer Länge von 13,68 Metern zusammen.

Die Länge der Zugmaschine muss dann im übrigen gesetzlichen Rahmen variieren. Grund für die Norm von 13,68 Metern ist die Ladung von Einweg- oder Europaletten. Davon passen nämlich je nach Größe und Gewicht der Ladung bis zu 34 Stück in den Auflieger. So kann für eine maximale Auslastung gesorgt werden.

Welche Richtlinien gelten bei der LKW Zulassung?

Unter einem LKW versteht man ein Fahrzeug, welches primär zum Transport von Gütern verwendet wird. Damit ein Fahrzeug nun also als LKW bezeichnet werden kann, spielt die Nutzfläche eine wesentliche Rolle. Bei einem LKW muss die Nutzfläche oder Ladefläche größer sein als der Fahrerraum. Außerdem muss ein LKW ein zulässiges Gesamtgewicht von mindestens 3,5 Tonnen haben. Diese Anhaltspunkte in Kombination mit den bereits genannten Kriterien wie Zweckbestimmung, Achslast, Gewicht und Abmessung entscheiden, ob die LKW Zulassung nun möglich ist oder nicht.

Im Allgemeinen dürfen Fahrzeuge, die eine LKW Zulassung haben, eine Länge von 18,75 Metern, eine Breite von 2,55 Metern, eine Höhe von 4 Metern und eine Achslast von 10 Tonnen aufweisen. Jedoch gibt es hier auch Ausnahmen, Fahrzeuge mit Aufbauten dürfen zum Beispiel eine Breite von 2,60 Metern haben, während ein Sattelzug wiederum nur eine Länge von 16,50 Metern haben darf. Nutzfahrzeuge, die nicht zum Personentransport vorgesehen sind und in diese Spezifikation fallen, werden in den Fahrzeugpapieren ohnehin bereits als LKW angeführt.

Die genauen Voraussetzungen für die LKW Zulassung werden von der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO, oder von der Fahrzeug-Zulassungsverordnung, besser bekannt als FZV, bestimmt. In der Regel ist es aber kein Problem, solange die Richtlinien erfüllt sind, ein Nutzfahrzeug als LKW anzumelden.

Welcher Führerschein benötigt wird: Nicht nur die LKW-Sattelzug-Länge entscheidet

Ein Lastkraftwagen bedarf eines eigenen Führerscheins. Doch damit nicht genug. Da es verschiedenste LKW-Ausführungen gibt, sind natürlich auch diverse LKW-Führerschein-Klassen absolvierbar. Um einen Lastkraftwagen lenken zu dürfen, wird mindestens ein Führerschein der Klasse C benötigt. Mit dem Führerschein C1 können Personen LKWs bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen lenken. Möchten Sie einen LKW-Sattelzug fahren, bedarf es dem Führerschein C1E. 

Dieser ist umfangreicher und beinhaltet mehr Theorie- als auch Praxisinhalt. Damit der LKW-Sattelzug auch im Straßenverkehr gelenkt werden darf, müssen Sie auch die Zusatzprüfung C95 absolvieren. Diese besteht aus Praxisinhalten, welche vor gängigen Gefahren im Straßenverkehr schützen sollen.

 

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Mit dem Routenplaner sicher ans Ziel

Die LKW-Sattelzug-Länge darf keinesfalls unterschätzt werden. 16,5 Meter sind deutlich länger als ein herkömmliches Fahrzeug und nicht alle Straßen sind für die Maße eines solchen Gefährtes ausgebaut. Damit LKW-Fahrer immer sicher ans Ziel kommen und auch die Preise richtig kalkuliert werden können, gibt es spezielle LKW-Routenplaner.

Bei einem LKW-Routenplaner wird nicht nur die Sattelzug-Länger berücksichtigt. Auch weitere Faktoren wie die Höhe, Breite und das Gesamtgewicht werden direkt vom intelligenten Planer berücksichtigt. Routenplaner können gegebenenfalls sogar die aktuelle Verkehrslage miteinberechnen und alternative Wege vorschlagen. Auch die Gefahrenstoffklasse kann miteinbezogen werden. Denn LKWs haben nicht immer harmlose Ware geladen. Gefährliche oder umweltschädliche Güter dürfen nicht überall transportiert werden. Mit einem LKW-Routenplaner bleiben also böse Überraschungen, Verspätungen und mögliche Strafen erspart.

Digitales Truckerleben

Viele LKW-Fahrer sind bereits im Besitz eines Smartphones und können somit auch Trucker-Apps nutzen, die ihnen das tägliche Leben erleichtern. Hierbei gibt es viele verschiedene Angebote, die extra auf die Bedürfnisse von LKW-Fahrern zugeschnitten sind. Unter anderem gibt es Wildwechsel-Apps, die auch für Autofahrer von großer Bedeutung sind. Durch lokale Meldungen werden andere Verkehrsteilnehmer vor potenziellem Wildwechsel gewarnt. Die Geschwindigkeit kann reduziert und ein Unfall vermieden werden. Für Fernfahrer ist natürlich die Verständigung innerhalb Europas nicht immer einfach. Selbst mit Englisch kommt man nicht immer weit und viele Trucker sind den einzelnen Landessprachen nur sehr selten fähig. Daher eignet sich auch eine Übersetzungs-App optimal für Trucker. Diese können auch bei Polizeikontrollen oder Werkstätten sehr viel Zeit und möglicherweise auch Kosten sparen. Mit speziellen Apps können LKW-Fahrer auch ihre Lenk- und Ruhezeiten überblicken. Manche dieser Angebote enthalten auch eigene Fitness-Übungen für LKW-Fahrer, die besonders viel Zeit im Sitzen verbringen.

Auch ohne Krankheit ab zum Arzt

Die LKW-Sattelzug-Länge ist keinesfalls zu unterschätzen. Selbst Personen im Besitz eines Führerscheins können sich nach der erfolgreichen Prüfung nicht entspannt zurücklehnen. Denn alle fünf Jahre muss eine ärztliche Untersuchung bei LKW-Fahrern durchgeführt werden. Ab dem 60. Lebensjahr sogar alle zwei Jahre. So soll sichergestellt werden, dass die Trucker keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen haben, welche beispielsweise die Reaktionsfähigkeit trüben könnten. Werden diese verpflichtenden Untersuchungen nicht durchgeführt, erlischt die Gültigkeit des Führerscheins. Innerhalb von 18 Monaten kann durch die Vorlage eines ärztlichen Attestes die Gültigkeit wieder beantragt werden. Lassen Brummi-Fahrer mehr als 18 Monate verstreichen, muss zusätzlich zu einem ärztlichen Attest eine erneute praktische Fahrprüfung absolviert werden. 

Andere Gesetze in Down Under

Wenn Sie von der Sattelzug-Länge in Europa schon beeindruckt sind, können Australier darüber nur lachen. Denn im Vergleich zu der maximal erlaubten LKW-Sattelzug-Länge von 16,5 Metern sind die Sattelzüge in Australien wahre Riesen. Nicht umsonst werden die Kolosse Road Trains genannt. Down Under dürfen LKW-Sattelzüge maximal 56 Meter lang sein. Also mehr als viermal so lang als die gängigen Sattelzüge in Europa. Auch das maximale Gesamtgewicht von 135 Tonnen ist einfach gigantisch. Möglich sind diese Kombinationen jedoch nur im Outback, um abgelegene Orte zu erreichen oder sehr weite Strecken zurückzulegen.

Sattelzug länge: Fokus auf dem Aufbau

Während die LKW-Zugmaschinen in den meisten Fällen ähnlich sind, können sich die Trailer maßgeblich unterscheiden. In den meisten Fällen kommt ein Planen-Aufbau zum Einsatz. Dieser kann für unempfindliche Güter verwendet werden, die nicht leicht entwendet werden können. Rohwaren, Metalle oder auch temperaturresistente Lebensmittel zählen beispielsweise zu den häufig transportierten Waren eines Planen-Aufbaus.

Ein Thermo-Auflieger sorgt dafür, dass gekühlte, gefrorene oder erwärmte Ware unbeschadet an ihr Ziel kommt. Sind diese Trailer mit einer Trennkammer ausgestattet, lassen sich verschiedene Temperaturbereiche schaffen. Koffer-Aufbauten werden gerne für wertvolle Ware eingesetzt. Immer wieder werden Planen-Auflieger aufgeschnitten und Ware entwendet. In einem Koffer-Aufbau ist dies nicht möglich. Zudem sind die transportierten Güter weniger Umwelteinflüssen wie Wind, Temperaturen oder gegebenenfalls Regen ausgesetzt.

 

Wie Sie sehen, ist ein LKW nicht gleich ein LKW. Die Sattelzug-Länge beeinflusst viele Faktoren. Doch auch abgesehen von den gesetzlichen Regelungen gilt es für LKW-Fahrer viel zu beachten, wenn sie teils quer durch ganz Europa fahren, um unseren täglichen Bedarf an Gütern zu stillen.

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