Job als Berufskraftfahrer/in im Visier – wie viel verdient ein/e LKW-Fahrer/in?

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut der Hans-Böckler-Stiftung (WSI) hat im Rahmen einer Online-Befragung knapp 1300 LKW-Fahrer/innen nach ihrem Einkommen im Güterverkehr gefragt.

Die Studie hat ergeben, dass das durchschnittliche Bruttomonatseinkommen (ohne Sonderzahlungen, auf Basis einer 40h Woche) bei rund 2.100 Euro liegt. Die Hälfte der befragten Kraftfahrer/innen verdient dabei weniger als 2.030 Euro. Der Beruf Kraftfahrer/in zählt somit zu den 20 schlecht bezahltesten Berufen in Deutschland.
Vor allem die regionalen Unterschiede sind immens und verdeutlichen die Einkommenskluft zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Während Kraftfahrer/innen in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern sowie Brandenburg und Thüringen mit einem durchschnittlichen Gehalt von 1.700 bis 1.800 Euro klarkommen müssen, verdienen Fahrer/innen in Hamburg rund 1.000 Euro mehr im Monat! Auch in den von Industrie geprägten Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern werden die Berufskraftfahrer/innen deutlich angemessener entlohnt.

Hier eine Gehaltstabelle aller Bundesländer:

Ein weiterer Missstand wird deutlich, wenn man sich die Arbeitszeiten der befragten Kraftfahrer/innen ansieht: Über die Hälfte gibt an eine tatsächliche Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden zu haben! Überstunden bleiben sehr häufig unvergütet…
Die Studie hat gezeigt, dass Lkw-Fahrer/innen, die für einen tarifgebundenen Betrieb arbeiten, profitieren können: Ihr Bruttomonatseinkommen ist im Schnitt circa 17 % höher, Arbeitszeiten sind klar definiert und Überstunden werden häufiger entlohnt.
Leider sind Tarifverträge eher die Ausnahme, nur knapp 29 % der Befragten geben an, dass in ihrem Betrieb ein Tarifvertrag gilt.

Dass diese Zustände so nicht bleiben können, ist klar. Gerade durch die Coronapandemie hat sich gezeigt, dass Kraftfahrer/innen ein immens wichtiger Faktor unserer Wirtschaft und Logistik sind. Es müssen seitens der Politik Regeln und Gesetze festgelegt werden, die einen fairen Wettbewerb fördern. Speditionen müssen ihre Fahrer/innen endlich angemessen entlohnen und ihre Leistung wertschätzen.