Das AIDA-Modell – Stellenausschreibungen richtig formulieren

Die Stellenanzeige ist eines der wichtigsten Mittel im E-Recruiting. Über Online-Stellenbörsen werden laut Statista über 30 Prozent aller neuen Mitarbeiter gefunden. Die Flut an Stellenausschreibungen, die auf eine arbeitssuchende Person hereinprasselt ist enorm. Der Großteil der Stellenanzeigen ist jedoch schlecht geschrieben und austauschbar. Mit nur wenigen Änderungen könnten die Anzeigen für beliebige Unternehmen und sogar für verschiedene Positionen verwendet werden. Solche Stellenanzeigen gehen in der Masse unter. Sie sprechen jeden und damit niemanden an. Diese Tatsache lässt für viele Unternehmen und vor allem Personaler*innen folgende Frage aufkommen: Wie schaffe ich es meine Stellenausschreibungen so attraktiv zu gestalten, dass sie positiv auffallen und ich die richtigen Bewerber*innen ansprechen.

Ähnlich wie im Marketing, stehen Sie vor der Herausforderung, auf welche Weise Sie Ihre Zielgruppe am ehesten und effektivsten erreichen. Daher ist es empfehlenswert, für die Erstellung einer wirkungsvollen Stellenanzeige auf eine etablierte Marketingstrategie zurückzugreifen: Das AIDA-Modell. Das Modell wurde 1898 von Elmo Lewis entwickelt und ist für die Marketingbranche immer noch genauso relevant wie im 19. Jahrhundert. Jeder Buchstabe steht für eine der vier Phasen. Die Befolgung dieser allgemeinen Richtlinie ist ein sinnvoller erster Schritt auf dem Weg zur perfekten Stellenanzeige.

1. Attention (Aufmerksamkeit). Ihre Stellenausschreibung muss Aufmerksamkeit erregen! Heutzutage werden wir täglich mit hunderten Bildern und Informationen bombardiert. Dabei überhaupt einmal aufzufallen ist gar nicht so leicht. Beginnen Sie damit, sich über die folgende Frage im Klaren zu werden: Nutze ich die richtigen Medien oder ist meine Zielgruppe eigentlich ganz woanders? Sobald Sie die richtigen Kanäle für sich identifiziert haben geht es an die grafischen Mittel. Eine erfolgreiche Stellenausschreibung lebt von einer optimalen Mischung aus Layout, Design und grafischen Elementen wie Bildern, oder Diagrammen. Für die Identifikation eines passenden Designs kann die Orientierung an dem eigenen Corporate Design sinnvoll sein.

2. Interest (Interesse). Nachdem Ihre Ausschreibung die Aufmerksamkeit eines*er Bewerber*in gewonnen hat, ist ihre nächste Aufgabe das Interesse auch längerfristig zu halten. Dabei zielt die Ausschreibung nicht mehr länger auf die kognitive Ebene, wie in Schritt eins, sondern auf die emotionale Ebene. Wichtig ist es für Bewerber*innen interessante Informationen zu präsentieren und nicht die Interessen des Unternehmens darzustellen. Versuchen Sie die Stelle mit ihren Aufgaben und Verantwortungen abzubilden. Halten Sie sich dabei aber kurz. Zum einen können übermäßig viele Informationen eine*n Bewerber*in abschrecken und zum anderen bilden offene Fragen eine gute Basis für einen späteren Austausch und lassen das Unternehmen zusätzlich interessant wirken.

3. Desire (Wunsch). Das implizierte Ziel einer jeden Stellenausschreibung ist, dass jede*r Bewerber*in anschließend den Wunsch empfindet Teil Ihres Unternehmens zu werden. Dieser Wunsch bildet nicht nur für den Bewerbungsprozess eine solide Basis, er wirkt sich auch auf die spätere Arbeitsleistung eines*er neue*n Mitarbeiter*in aus. Doch wie erreichen Sie dies? Für viele Bewerber*innen spielen die Werte und Normen (Unternehmenskultur) eine wirklich wichtige Rolle beim Bewerbungsprozess. Über 85% der Arbeitssuchenden informieren sich aktiv über die Unternehmenskultur bevor sie sich bewerben. Stellen Sie also sicher, dass Ihre Recruiting-Seite Ihre Unternehmenskultur widerspiegelt und versuchen Sie auch in die Stellenausschreibung so viel von Ihr Unternehmenskultur einfließen zu lassen wie nur möglich.

4. Action (Aktion). Nachdem Sie den*die Bewerber*in jetzt so weit haben, dass er oder sie sich ernsthaft für die Stelle interessiert und zusätzlich dazu auch den inneren Wunsch entwickelt hat für Ihr Unternehmen zu arbeiten, müssen Sie ihn*sie noch dazu kriegen aktiv zu werden. Gerade beim letzten Schritt verlieren Sie als Unternehmen die meisten potenziellen Bewerber. Für diesen Schritt benötigen Sie einen effektiven Call-to-Action. Gestalten Sie außerdem die Bewerbung möglichst einfach und schicken Sie Bewerber*innen nicht durch unzählige Online-Formulare. One Click Bewerbungen bieten hier eine sinnvolle Mit dieser Form der Bewerbung haben Sie zwar nicht direkt alle benötigten Informationen, allerdings bindet eine Bewerbung Bewerber*innen zu einem gewissen Maß an ein Unternehmen. Es bleibt Ihnen somit im Nachgang noch genügend Zeit relevante Informationen über den*die Bewerber*in zu bekommen. Also halten Sie Ihn zu Beginn nicht damit auf.